SEMINARE | ökologisch imkern | 3 TYPEN

Für Anfänger und Fortgeschrittene biete ich in meiner demeterzertifizierten Imkerei seit über 10 Jahren Kurse und Seminare zu ökologisch Imkern an.  Ökologisch und wesensgerecht imkern. Was verstehe ich unter wesensgerecht?  “Dem Wesen der Biene gerecht werden. Und Gerechtigkeit hat u.a. etwas mit Augenhöhe, mit Respekt, mit gegenseitigem Interessensausgleich zu tun. Geht es den Bienen gut, erhältst du auch reichlich von ihnen zurück.” (MILLER, n.p.) In diesem Zeitraum habe ich zusammen mit den Rückmeldungen der mittlerweile über 300 Seminarteilnehmer*innen der vergangenen 10 Jahre insgesamt 3 in der Praxis bewährte Seminartypen entwickelt.

Seit über 40 Jahren beschäftigen und faszinieren mich die Bienen und diese Faszination und meine jahrzehntelange Erfahrung teile ich gerne mit dir. Wenn du mehr über Bienen erfahren willst oder selbst Bienen halten willst, empfehle ich dir eines meiner folgenden Seminare.

1. Typ |  das Schnupperseminar | ökologisch Imkern

Du bist dir noch unsicher, ob das Imkern etwas für dich ist? Oder du interessiert dich einfach nur etwas gründlicher für Bienen und willst mehr erfahren? Dann ist dieser Kurstag das Richtige für dich. Und solltest du am Ende des eintägigen Seminars zum Schluss kommen, dass du (vorerst) keine eigenen Bienen halten willst, dann war dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis in die Welt der Bienen, samt einem Glas Honig. Du findest in diesem Seminar Antworten auf deine ersten Fragen rund um Bienen und Bienenhaltung.  Wir beschäftigen uns theoretisch und praktisch u.a. mit den Fragen:  Wo lebt ein Bienenvolk? Wo in der Stadt oder auf dem Land könnte ich meine Bienenvölker aufstellen? Wie schaut ein Volk in seiner inneren Hülle (Wabenwerk) aus? Welche Minimalausstattung brauche ich, wenn ich Bienen halten will? Was gibt mir das Bienenvolk? Was braucht das Bienenvolk für seine Vitalität? Was sind die Arbeiten im Jahresverlauf? Und wir werden auch Honig ernten. Jede Teilnehmer*in erhält ein Glas frisch geschleuderten Honig.  Wir nehmen uns Zeit für deine Fragen und schauen uns das Zuhause eines Bienenvolks an, lassen uns von dem Naturwabenbau faszinieren.

Das Seminar ist eintägig, von 12 – 17 h. Orte und Termine findest du auf dieser WebSite.

Das Seminar kostet 65 EUR inkl. USt. inkl. 1 Glas Honig. Student*innen, Auszubildende bitte Soli-Preis anfragen.

2. Typ | das Einführungsseminar | ökologisch Imkern

Du möchtest mit dem Imkern beginnen? Oder du willst über einen Zeitraum von einem halben Jahr einen intensiven Einblick in die Welt der Bienen und einer bienengemäßen Imkerei bekommen? Oder du hast dich nach dem Schnupperseminar noch nicht ganz entschieden, selbst Bienen halten zu wollen? Dann ist dieser mehrtätige Imkerkurs das Richtige für dich.  Über ein halbes Jahr hinweg, von Februar bis Juli, beschäftigen wir uns in der Gruppe theoretisch und praktisch intensiv mit der Bienenhaltung. Das Seminar ist auf deine Bedürfnisse als Anfänger*in der Imkerei konzipiert, wird aber auch gerne von Jungimker*innen besucht, die – unzufrieden mit einer bislang “konventionell” vermittelten Bienenhaltung – nach einem Weg suchen, der für beide passt: für Mensch und Biene.

Du lernst in einer effektiven Kleingruppe mit max. 14 Personen, an 5 Nachmittagen von 12 – 17 Uhr.

Du erhältst Antworten zu folgenden Themen:  Biologie und Ökologie der Bienen;  Entwicklung des Bienenvolks im Jahreslauf erkennen und bewerten; Bienenbehausungen in Geschichte und Gegenwart; die Naturwabe als Ordnungssystem und Lebenswelt der Bienen;  Trachtverhältnisse; Schwarmgeschehen., natürliche und einfache Vermehrung (u.a. Ableger) aus dem dynamischen Schwarmprozess; Maßnahmen an Trachtvölkern, Honigernte; Bienenkrankheiten erkennen und behandeln; Varroamilbe erkennen, bewerten und behandeln; Fütterung für die Wintermonate;  die wichtigsten Gesetze und Verordnungen.

Du hast die Möglichkeit deine Fragen auch ausserhalb des Seminars zu stellen. Eine zeitnahe Antwort ist bei mir selbstverständlich.

Du wirst von mir im Seminar zu verschiedenen Themen Empfehlungen bekommen. Doch  wenn du dich für eine andere Methode entscheidest, lasse ich dich damit nicht allein. Ich gehe auch auf weitere Möglichkeiten des Imkerns ein. Das Seminar ist undogmatisch.

Du bekommst meine Unterstützung bei deiner Suche nach  einem Bienenschwarm oder einem Jungvolk. Ich helfe dir mit meinem Netzwerk oder du erhältst direkt von mir ein Bienenvolk.

Du bist von der ersten Minute des Seminars vernetzt, mit deinen Kolleg*innen im Seminar, mit mir als erfahrener Imker und mit meinem Netzwerk.

Du erhältst von mir am Ende des Seminars ein Zertifikat über die Teilnahme, das dir bei Anträgen von Zuschüssen nützlich sein kann.

Das Seminar findet an 5 Tagen statt, jeweils von 12 – 17 h. Orte und Termine findest du auf dieser WebSite.

Das erhältst zu jedem Kurstag ein Skript, das mit deinen persönlichen Aufzeichnungen zum Kurstag zu einem kleinen Nachschlagewerk werden kann.

Das Seminar kostet 295 EUR inkl. USt. Für Student*innen und Auszubildende bitte Soli-Preis anfragen.

3. Typ | das Vertiefungsseminar | ökologisch imkern

Du hast bereits erste Erfahrungen mit der Bienenhaltung gemacht, dein Anfängerkurs liegt vielleicht schon etwas zurück und du willst deine Kenntnisse für eine ökologische und wesensgerechte Bienenhaltung vertiefen. Dann ist dieses Seminar das Richtige für dich.  Dieses Vertiefungsseminar gliedert sich in 3 Teile, die auch unabhängig voneinander gebucht werden können.

Teil 1: Mit den Bienen durch das Jahr

Gemeinsam an einem Kurstag gehen wir vor Beginn der Bienensaison gedanklich durch das bevorstehende Bienenjahr  und diskutieren mögliche Arbeitsschritte am Bienenvolk, was wann zu machen ist.

Du stellst deine Fragen und erhältst aus der Gruppe sowie von mir Antworten dazu. Einleitende Impulsvorträge und zusammenfassende Referate von mir als Leiter des Seminars runden den Kurstag ab. Dabei werde ich immer wieder auf die Methode des 3-Schritts “Beobachten-Verstehen-Begleiten” zurückgreifen, d.h. deine bisherigen Erfahrungen bei der Lösungsfindung sind mir wichtig.

Das Seminar ist eintägig, von 10 – 17 Uhr (inkl. 1 h Pause). Ort und Zeit findest du auf dieser WebSite.

Das Seminar kostet 85 EUR inkl. USt. Für Student*innen und Auszubildende bitte Soli-Preis anfragen.

Teil 2: Coaching

vgl. mein Angebot zu Coaching, zu finden hier auf der WebSite.

Teil 3: Reflexionstag

Gemeinsam an einem Kurstag gehen wir am Ende einer Bienensaison gedanklich durch das zurückliegende Bienenjahr  und diskutieren wie sich die Völker entwickelten, wir diskutieren über “Gelungenes und Misslungenes”  und setzen es in Beziehung zu allgem. Erfahrungen und zu aktuellen Forschungsergebnissen.

Du stellst deine Fragen und du erhältst aus der Gruppe sowie von mir deine Antworten. Einleitende Impulsvorträge zu aktuellen Themen und zusammenfassende Referate von mir als Leiter des Seminars runden den Kurstag ab. Dabei werde ich immer wieder auf die Methode des 3-Schritts “Beobachten-Verstehen-Begleiten” zurückgreifen, d.h. deine bisherigen Erfahrungen bei der Lösungsfindung sind mir wichtig.

Das Seminar ist eintägig, von 10 – 17 Uhr (inkl. 1 h Pause). Ort und Zeit findest du auf dieser WebSite. (Ggf. wird es auch in verkürzter Form mit 4 Stunden angeboten bei entsprechend reduzierter Seminargebühr)

Das Seminar kostet 85 EUR inkl. USt. Für Student*innen und Auszubildende bitte Soli-Preis anfragen.

 

ORTE und TERMINE zu allen 3 Seminartypen findest du hier

 

Die Stimmen bisheriger Seminarteilnehmer*innen findest du hier

 

Einblick in das Naturwabenwerk. Faszination Bienenvolk.

 

Bienenwachs, Wabe und BIEN

| zum Bild: von unten in eine Warré-Beute fotografiert |

Dass das Bienenwachs von den Bienen selbst gemacht wird, dass es vereinfacht gesagt fetthaltige weiße “Schweißperlchen” sind, ist vielen bekannt. Weniger bekannt dürfte sein, dass der Ursprung für dieses seit Alters her wertgeschätzte Gut der gleiche ist, wie für den Honig: es ist der Nektar (oder auch andere süße Pflanzensäfte).

Nektar, der zu Honig werden soll, gelangt in den Honigmagen der Biene.

Nektar, der zu Wachs werden soll, gelangt vom Honigmagen der Biene weiter in ihren eigenen Magen.

Das, was die Biene aus ihrem Honigmagen dann hochwürgt, wenn sie wieder zuhause im Stock angekommen ist, gibt sie an ihre Genossinnen weiter. Der Wertschöpfungsprozess im Bienenstock vom wässrigen Nektar zum zähflüssigen Honig hat begonnen.

Und das, was die Biene über ihren eigenen Magen verzehrt, stärkt sie, gibt ihr Lebenskraft um auch die energieträchtigen Wachsplättchen schwitzen zu können.

Der Vorgang der Wachsherstellung fasziniert mich. Mich fasziniert, dass die Biene den Grundstoff des Nektars hinsichtlich seiner Bestimmung (Wachs oder Honig) zunächst trennt um es dann wieder in der Wabe, als Gemeinschaftswerk eines BIEN zusammen zu bringen, zu vereinigen. BIEN, so bezeichnen gerne Imker*innen den Gesamtorganismus des Bienenvolks.

Die Wabe – ein gemeinsamer Leib der Lebensprozesse des BIEN.

Die Wabe – in der die Leistungen des Individuums vereinigt sind.

Die Wabe – aus den Leistungen des Individuums umgebildete genossenschaftliche Heimat.

Umbildung – das Wort gefällt mir. In seinem Hauptwerk „Prinzip Hoffnung“ schreibt Ernst Bloch: „Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch.“ Mir scheint geradezu, als ob er diese Erkenntnis aus dem Sozialwesen BIEN entnommen hat.

Waben herzustellen, zählt zu den ureigensten Lebensäusserungen des BIEN. Hat man nur den Honig-Profit im Kopf, ist der Naturwabenbau kontraproduktiv, weil es Energie kostet und es am Ende weniger Honig gibt.

Hat man aber das Ganze im Auge, vllt. im symbolischen Sinn wie oben dargestellt, dass der BIEN mit seinem Wabenbau seine Heimat schafft, dann … dann versteht man das Ganze.

 

Auszug aus dem 4. Bienen Newsletter im November 2017 | Autor: Ulrich Miller | Bildrechte liegen bei Ulrich Miller

Was kostet ein Bienenvolk? Was ist sein Wert?

Oscar Wilde hat sich einmal über einen Mann geäußert, der „den Preis von allem kannte und von nichts den Wert.“
Was ist der Preis für ein Bienenvolk? Aktuell zwischen 150 und 250 EUR, je nach Größe und Zeitpunkt. Denn in Zeiten, wenn mancherorts über 50 % der Bienenvölker aus bekannten oder unerklärten Gründen sterben, kann der Preis schnell mach hochklettern. So ist der Zeitpunkt also mitentscheidend.
Was ist der Wert eines Volkes? Allgemein bekannt dürfte mittlerweile sein, dass der volkswirtschaftliche Nutzen eines Bienenvolks weitaus größer ist als der betriebswirtschaftliche Ertrag aus Honig, Wachs, Pollen und Propolis.
Machen wir eine mögliche Rechnung zur Wertermittlung eines Bienenvolkes:
Die jährliche Bestäubungsleistung der Bienenvölker allein in Deutschland wird auf ca. 2.5 Mrd. Euro beziffert. Bei ca. 750.000 Bienenvölker im Land macht das einen volkswirtschaftlichen Ertragswert von 3.333 Euro pro Volk. Und zwar jedes Jahr.
Wäre es im Sinne des Gemeinwohl-Gedankens denkbar, wenn dieser volkswirtschaftliche Nutzen auch gewürdigt werden würde? In Form einer Prämie pro Bienenvolk an die Bienenhalter*innen? Vergleichbar zu den Flächenprämien für Landwirt*innen. Bei nur einem Zwanzigstel dieses volkswirtschaftlichen Ertragswertes als Förderprämie wären es dann immerhin 166 Euro pro Bienenvolk. Jahr für Jahr. Ich sage schon mal Danke an all die Politiker*innen, die das im nächsten Koalitionsvertrag nach der Bundestagswahl im September 2017 umsetzen werden.

Autor: Ulrich Miller, 24.08.2017

 

Nachtrag:

Diese Forderung nach einer Förderprämie für die Bienenhalter*innen wird doch wohl nicht der Grund gewesen sein, dass die Sondierungen zur Jamaika-Koalition scheiterten? Ulrich Miller, 20.11.2017