Honig aus Naturwaben

Honig aus Naturwaben

Honig ist eben nicht gleich Honig. Mitentscheidend für den Geschmack des Honigs ist das “Behältnis”, in dem der Honig heranreifen durfte. Vergleichbar mit der Reife von Weinen in ausgewählten Behältnissen. In allen BIO Verbänden – auch demeter – ist es erlaubt, dass Wachsplatten, sogenannte Mittelwände, für den Bau der Waben im Honigraum eingesetzt werden. Das beschleunigt freilich den Wabenbau und erhöht den Honigertrag. Nicht so in meiner Bienenhaltung.
Nach dem Leitbild von devorim – wie ich meine Bienen halte – müssen/sollen alle Waben auch im Honigraum über Naturwabenbau entstehen.
Das bedeutet mehr Bautätigkeit für die Bienen, sie müssen mehr Wachs schwitzen, was ich als revitalisierend für das Bienenvolk feststelle. Der Honig, der dabei rauskommt: ein besonderer Genuss für den Honigliebhaber – ein Honig mit einem Alleinstellungsmerkmal.

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Autor: Ulrich Miller, 01.12.2016 | Bildrechte liegen bei Ulrich Miller

Devorim

Wer kennt sie nicht die Figur der Devorah im sogenannten Alten Testament? (Verbreiteter ist die Aussprache Deborah im Deutschen). Sie war eine Prophetin zur Zeit der Richter (ca. 1.200 bis 1.000 v.u.Z.) und ihre besonderen Qualitäten bestanden im Führen eines Volks im Rahmen einer kriegerischen Auseinandersetzung. Nachzulesen im Buch der Richter samt dem bekannten Deborahlied.

Devorah ist auch das hebräische Wort für die Biene, devorim ist die Pluralform dazu, bezeichnet also die Bienen. Interessant ist nun, dass die hebräischen Wörter “devorah” und  “davar” (דבר, dt. Wort ) im Hebräischen eine gemeinsame Sprachwurzel haben sollen. Und laut dem Wörterbuch von GESENIUS hat diese Wurzel viele Bedeutungen. Um nur einige wenige zu nennen: “setting in a row, ranging in a order” oder “to lead, to guide, especially to lead flocks or herds to pasture” und am häufigsten gebraucht im Sinne von: “to speak, to put words in order”.
Dieses Wort bekommt dann nochmals eine weitere Bedeutungsebene wenn von göttlicher Weisung die Rede ist und diese Sprachwurzel wieder auftritt. Überrascht das einen, wenn man das liest, dass Bienen aus demselben sprachlichen Holz geschnitzt sein sollen, wie das “Wort” als Grundstoff der Kommunikation? Bienen werden mitunter in alten Mythen auch als Botschafterinnen bezeichnet. Verständlich, wenn man nur an ihre Kommunikationskünste denkt, beschrieben als Bienentanz von den Pionieren der Soziobiologie, von Karl von Frisch oder von seinem Schüler Martin Lindauer?

Lassen wir uns von ihrem Sozialverhalten inspirieren, insbesondere von ihrem unermüdlichen Eifer, sich mitzuteilen und damit eine Grundlage für ein Miteinander zu schaffen.

Autor: Ulrich Miller, 07.11.2016 | Bildrechte liegen bei Claudia Lupo

Bienenseminar für Kinder und Jugendliche

Das Seminar in Freising in 2015 bot Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, über ein Jahr hinweg ein Bienenvolk zu beobachten und die wichtigsten Aufgaben des Imkers kennenzulernen. Zusammen mit dem Schüler der achten Klasse der Waldorfschule Ismaning, Erik Schiersch, wurde das Seminar über 6 Nachmittage angeboten.

Aus der Achtklasarbeit von Erik Schiersch, die mit diesem Seminar entstanden ist:

“Planung:
Wir bauen eine eigene Beute und beobachten unser Bienenvolk von außen und von innen.
Wir lernen, wie der Imker dem Bienenvolk hilft und es vor Krankheiten und vor anderen Schädlingen schützt.
Wir ernten Honig, wenn es welchen gibt, schmelzen Wachs und ziehen Kerzen.
Zeitlicher Umfang:
Das Seminar war geplant von April bis November 2015 mit je zwei Stunden an sechs Kurstagen.
Die Methoden:
Die Kursteilnehmer führen ein eigenes Tagebuch.
Die Kursteilnehmer hören kurze Vorträge zu den einzelnen Themen der Seminartage.
Die Kursteilnehmer beobachten das geschlossene Bienenvolk von außen.
Die Kursteilnehmer beobachten das geöffnete Bienenvolk von innen und übernehmen auch kleinere Arbeiten des Imkers.
Seminarleitung:
Ulrich Miller, Erik Schiersch

1.Kurstag: Woraus besteht ein Bienenvolk?
Nachdem wir uns in der Neuland Straße 27 in Freising im Seminarraum getroffen hatten, veranstalteten wir eine Vorstellungsrunde. In dieser durfte jeder Kursteilnehmer sagen, wieso er gekommen ist, und ob er sich schon davor für Bienen interessierte.
Dann habe ich mein Referat “Die Arbeiterin, der Drohn, die Königin und deren Brut“ gehalten. Darin ging es um die verschiedenen Aufgaben der Mitglieder des Bienenvolks.
Danach sind wir, das heißt Ulrich, die Kursteilnehmer und ich, zum Bienenvolk im Garten gegangen und beobachteten das Flugloch und die ankommenden schwer bepackten Bienen.

3.Kurstag: Warum schwärmen/teilen sich Bienenvölker?
An diesem Kurstag sammelten wir uns nur kurz im Seminarraum, dann fuhren wir zu unserem Nachbar, da dort ein Bienenschwarm im Baum hing.
Es war Glück, dass es gerade an diesem passenden Tag passiert ist, denn einen Schwarm gibt es nicht immer.
Ihn gibt es nur, wenn ein Volk stark genug ist um sich zu teilen. Das heißt, dass sich ein Volk teilt und ein kleiner Teil mit der Königin auszieht und sich in der Nähe in einen Baum als Traube hinhängt. Diese Traube nennt man dann Schwarm.
Der Schwarm hing auf ca. fünf Metern Höhe. Nun fingen wir den Schwarm, indem wir ihn nass spritzten und ihn in einen Kasten einschlugen.
Wieder im Seminarraum, bauten wir unsere Warré-Beute fertig und schlugen unseren Schwarm ein. Es war nicht der Schwarm, den wir gerade eigefangen hatten, da dieser Schwarm erst mal für drei Tage in Kellerhaft musste. Er verliert in der Kellerhaft die Orientierung und das mitgebrachte Futter. So ist es wahrscheinlicher, dass der Schwarm im neuen Kasten bleibt .Beim Einschlagen des Schwarms ernteten wir die ersten Stiche in diesem Kurs.
Zum Schluss gab es wieder eine Abschlussrunde mit Fragen.”  Ende des Auszugs aus der Arbeit von Erik Schiersch

Nicht nur das Einfangen des Schwarms, sondern auch dem Schwarm sein neues Zuhause geben war an diesem Tag sehr abenteuerlich. Und wie der Schwarm in den von den Kindern selbst gebauten Bienenkasten (Beute) einläuft ist im Bild oben zu sehen. Insgesamt eine sehr bereichernde Zeit – dieses Seminar mit den Kindern.

Autoren: Erik Schiersch, Ulrich Miller, 09.03.2016